Bildquelle: © Rainer Taepper Architekturfotografie

Referenz | SAUTER

Intelligente Gebäudeautomation spart bis zu 176 Tonnen CO2

SAUTER Deutschland realisierte im Bürogebäude NOVE in München eine integrale Gebäudeautomation und betreute später die im laufenden Betrieb umgesetzte Einführung eines digitalen Zwillings zur vorausschauenden Gebäudesteuerung. Während der ersten beiden Betriebsjahre konnten etwa 30 Prozent an Energie und jährlich bis zu 176 Tonnen an CO₂-Emissionen eingespart werden – und das bei gleichbleibend hohem Raumkomfort.

Das NOVE ist ein Highlight des neugestalteten Stadtquartiers Arnulfpark und zeigt, wie viel Potenzial in einer übergreifend konzipierten und konsequent weiterentwickelten Gebäudeautomation steckt. Bereits bei Fertigstellung im Jahr 2017 wies das Objekt dank eines strukturierten Integrationskonzeptes einen hohen Digitalisierungsgrad auf. Dieser Ansatz wurde dann 2023 konsequent weiterentwickelt: Mit einem digitalen Zwilling zur vorausschauenden Gebäudesteuerung, der im laufenden Betrieb implementiert wurde. Damit entstand die Grundlage für eine kontinuierliche Betriebsoptimierung, die Komfort und Anlagenverfügbarkeit nicht gegeneinander ausspielt, sondern vereint.

Aufgabe

Für das NOVE sollte SAUTER eine integrale Gebäudeautomation liefern, installieren und in Betrieb nehmen. Dabei war die Ausgangslage durchaus anspruchsvoll: Es lag zu Projektbeginn kein übergreifendes Integrationskonzept für die technischen Gebäudeausrüstungen vor, zudem wurden zahlreiche Systeme unterschiedlicher Hersteller eingesetzt. Hinzu kamen hohe architektonische Anforderungen an den Innenausbau, eng abgestimmte Bauabläufe und wechselnde Anforderungen der Mieter. 

SAUTER entwickelte dazu ein strukturiertes Integrationskonzept, das über den gesamten Projektverlauf konsequent zur Abstimmung mit allen Beteiligten angewendet wurde.

In einem zweiten Schritt sollte im Jahr 2023 dieser hohe Digitalisierungsgrad konsequent weiterentwickelt werden. Ziel des neuen Eigentümers und des Property Managers war es, einen digitalen Zwilling zur vorausschauenden Gebäudesteuerung zu etablieren, um damit den Energiebedarf und die Betriebskosten weiter nachhaltig zu reduzieren. Eine Aufgabe, die es im laufenden Betrieb und ohne Einschränkungen für die Gebäudenutzer umzusetzen galt.

Das Gebäude

Das 2017 fertiggestellte Bürogebäude NOVE gilt als architektonisch prägendes Objekt des neu entwickelten Stadtquartiers Arnulfpark in München. Dies zeigen auch mehrere Auszeichnungen und Zertifizierungen, darunter der European Property Award, der German Design Award, eine WiredScore-Zertifizierung sowie die LEED-Gebäudezertifizierung in Platin.

Das moderne Bürogebäude hat eine Nutzfläche von rund 27.500 m², verfügt über sechs Regelgeschosse sowie ein 9-geschossigen Hochhaustrakt und bietet mit seinem 23 Meter hohem Atrium Platz für bis zu 1.300 Beschäftigte. 

Massnahmen

SAUTER Deutschland setzte bereits von 2016 bis 2017 die Gebäudeautomation für das Objekt um. Zum damaligen Leistungsumfang gehörten Lieferung, Installation und Inbetriebnahme der Gebäudeautomationsstationen sowie die Integration der Anlagen für Heizung, Lüftung und Kühlung.
In Büro- und Konferenzbereichen sorgten zusätzliche Raumautomationsstationen für einen bedarfsgerechten Betrieb, mehr Komfort und eine höhere Energieeffizienz. Das von SAUTER entwickelte strukturierte Integrationskonzept machte dabei die heterogene technische Struktur des Gebäudes beherrschbar und diente als Grundlage für die Abstimmung mit Planern, Ausbaupartnern und weiteren Projektbeteiligten. In der Folge wurden sämtliche TGA-Systeme sowie mehr als 250 Verbrauchszähler in die Gebäudeautomation eingebunden, schrittweise in Betrieb genommen und auf ihre Funktion überprüft.

In der im Sommer 2023 folgenden nächsten Entwicklungsstufe integrierte SAUTER die KI-gestützte Smart-Data-Lösung meteoviva Climate als zentrale Management- und Bedieneinheit des Gebäudes in das SAUTER Vision Center. Der digitale Zwilling berechnet fortlaufend den optimalen Gebäudebetrieb und liefert die Grundlage zur vorausschauenden Anpassung der Regelungsparameter. Die Implementierung erfolgte im laufenden Betrieb und nahezu unbemerkt für die Nutzer.
Durch die Projektierung dieser neuen Stufe bot sich die Gelegenheit, auch die bestehende Gebäudeautomation, Sensorik und die verwendeten Regelungsstrategien nochmals detailliert zu prüfen. Hierdurch konnten weitere Optimierungspotenziale etwa durch die Neupositionierung einzelner Messfühler oder Programmanpassungen in einigen Teilbereichen gehoben werden.
Nach einer anfänglichen Anpassungsphase ist meteoviva Climate mittlerweile im Gebäude dauerhaft und mit überzeugendem Ergebnis in Betrieb.

 

Fazit

Zwei Betriebsjahre nach der Optimierung zeigt sich ein deutliches Ergebnis: Der Energiebedarf des Gebäudes konnte bei gleichbleibend hohem Raumkomfort um rund 30 Prozent reduziert werden. Die CO₂-Emissionen verringerten sich in dieser Zeit um etwa 33 Prozent, was in absoluten Zahlen einer Menge von bis zu 176 Tonnen CO₂ pro Jahr entspricht.
Auch finanziell wirkt sich die Optimierung aus: Die jährlichen Energiekosten sanken um rund 3,60 Euro pro Quadratmeter Bruttogrundfläche.
Damit zeigt das NOVE eindrucksvoll, dass auch technisch gut ausgerüstete und zertifizierte Gebäude während ihres Betriebs immer wieder neue Ansatzpunkte für Einsparpotenziale bieten. Um das Potenzial eines Gebäudes voll ausschöpfen zu können, sollte die Gebäudeautomation daher auch als steter Optimierungsprozess über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes hinweg betrachtet werden.

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